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Niederländische E-Rechnungs-Roadmap: B2B-Pflichten ab 2030

Am 11. September 2026 hat die niederländische Regierung einen Fahrplan für die Einführung der verpflichtenden E-Rechnungen im B2B-Bereich veröffentlicht. Die Umsetzung beginnt am 1. Juli 2030 mit der Pflicht zur elektronischen Rechnungsstellung, gefolgt von der digitalen Berichterstattung über Transaktionen ein Jahr später.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die niederländische Regierung hat einen Fahrplan für die Einführung der verpflichtenden E-Rechnungsstellung im B2B-Bereich ab dem 1. Juli 2030 veröffentlicht.
  • Die digitale Berichterstattung über B2B-Transaktionen folgt ein Jahr später, am 1. Juli 2031.
  • Die bestehende Infrastruktur (Peppol) oder die europäische Business Wallet könnten als Austauschplattform genutzt werden, eine Entscheidung steht noch aus.
  • Die technischen Standards (NLCIUS) könnten auch für die verpflichtende E-Rechnungsstellung im B2B-Bereich gelten, dies ist jedoch noch nicht bestätigt.

Kontext

Die niederländische Regierung hat im September 2026 erstmals konkrete Pläne für die verpflichtende E-Rechnungsstellung und digitale Berichterstattung im B2B-Bereich vorgestellt. Dieser Schritt folgt der europäischen Richtlinie VAT in the Digital Age (ViDA) und markiert einen Wendepunkt von der freiwilligen zur verpflichtenden Nutzung. Die Umsetzung beginnt am 1. Juli 2030 mit der E-Rechnungsstellung, gefolgt von der digitalen Berichterstattung über Transaktionen am 1. Juli 2031.

Bisher war die E-Rechnungsstellung in den Niederlanden freiwillig, mit Ausnahme von B2G-Transaktionen (Business-to-Government), die seit 2017 für neue Verträge und seit 2019 für subzentrale öffentliche Stellen verpflichtend sind. Die Regierung hat noch nicht entschieden, ob die bestehende Infrastruktur (Peppol) oder die europäische Business Wallet als Austauschplattform genutzt wird.

Phasen des Umsetzungsplans

Die Einführung der E-Rechnungsstellung und digitalen Berichterstattung erfolgt in zwei Phasen:

  • Phase 1: E-Rechnungsstellung (ab 1. Juli 2030) Ab diesem Datum müssen Unternehmen ihre Rechnungen elektronisch stellen, sowohl im Inland als auch für innergemeinschaftliche Lieferungen. Dies fällt zusammen mit der EU-weiten Pflicht zur digitalen Berichterstattung nach der ViDA-Richtlinie.

  • Phase 2: Digitale Berichterstattung (ab 1. Juli 2031) Ein Jahr nach der Einführung der E-Rechnungsstellung folgt die Pflicht zur digitalen Berichterstattung über B2B-Transaktionen. Diese verzögerte Einführung soll Unternehmen ausreichend Zeit geben, ihre Prozesse anzupassen.

Technische Standards und Infrastruktur

Aktuell basiert die E-Rechnungsstellung in den Niederlanden auf der NLCIUS (Netherlands Core Invoice Usage Specification), die auf EN 16931 basiert und mit UBL-Implementierung SI-UBL 2.0 sowie Peppol BIS Billing 3.0 kompatibel ist. Ob diese Standards auch für die verpflichtende E-Rechnungsstellung im B2B-Bereich gelten werden, ist noch nicht entschieden.

Die Regierung hat noch nicht festgelegen, ob die bestehende Peppol-Infrastruktur oder die europäische Business Wallet als nationale Austauschplattform genutzt wird. Diese Entscheidung hat erhebliche Auswirkungen auf die technischen Integrationen, die Unternehmen vornehmen müssen.

Ausblick und offene Fragen

Die öffentliche Konsultation zur geplanten Gesetzgebung beginnt im Herbst 2026, wobei die parlamentarische Beschlussfassung bis zum 1. Juli 2028 angestrebt wird. Dies gibt Unternehmen etwa zwei Jahre Vorbereitungszeit vor der Einführung der E-Rechnungsstellung.

Die Wahl zwischen Peppol und der europäischen Business Wallet als nationale Austauschplattform ist noch nicht getroffen. Diese Entscheidung wird einen erheblichen Einfluss auf die technischen Integrationen haben, die Unternehmen vornehmen müssen.

Häufig gestellte Fragen

Welche technischen Standards gelten aktuell für E-Rechnungen in den Niederlanden?
Aktuell basiert die E-Rechnungsstellung auf der NLCIUS (Netherlands Core Invoice Usage Specification), die auf EN 16931 basiert und mit UBL-Implementierung SI-UBL 2.0 sowie Peppol BIS Billing 3.0 kompatibel ist.
Wann beginnt die Pflicht zur E-Rechnungsstellung im B2B-Bereich?
Die Pflicht zur E-Rechnungsstellung beginnt am 1. Juli 2030, gleichzeitig mit der EU-weiten Pflicht zur digitalen Berichterstattung nach der ViDA-Richtlinie.
Welche Infrastruktur wird für den Austausch von E-Rechnungen genutzt?
Die Regierung hat noch nicht entschieden, ob die bestehende Peppol-Infrastruktur oder die europäische Business Wallet als nationale Austauschplattform genutzt wird.
Wann beginnt die Pflicht zur digitalen Berichterstattung über B2B-Transaktionen?
Die Pflicht zur digitalen Berichterstattung über B2B-Transaktionen beginnt ein Jahr nach der Einführung der E-Rechnungsstellung, am 1. Juli 2031.
Was ist der aktuelle Stand der E-Rechnungsstellung in den Niederlanden?
Bisher ist die E-Rechnungsstellung im B2B-Bereich freiwillig, mit Ausnahme von B2G-Transaktionen, die seit 2017 für neue Verträge und seit 2019 für subzentrale öffentliche Stellen verpflichtend sind.
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